Rettungswesen und ärztlicher Telefonbereitschaftsdienst

Das Rettungswesen ist ein wichtiges Glied in der Pflegekette. Es agiert ausserhalb des Spitals und leistet Personen in Not schnell und effizient Hilfe.

Aufgrund seiner Geographie und seiner Stellung als Tourismuskanton besitzt das Wallis eine lange Tradition im Bereich des Bergrettungswesens. Doch ebendiese beiden Charakteristiken des Kantons machen die Organisation des Rettungswesens auf kantonaler Ebene so komplex. Da die Interventionszeit so kurz wie möglich gehalten werden muss, bedingen die Geographie des Kantons, aber auch die beträchtliche Schwankung der Anzahl Einsätze in der Tourismussaison eine koordinierte und effiziente Organisation.

Das Gesetz über die Organisation des Rettungswesens vom 27. März 1996 hat mit der Einführung eines kantonalen Dachverbands (KWRO – Kantonale Walliser Rettungsorganisation) und einer Sanitätsalarm- und –einsatzzentrale zur Verbesserung des Rettungswesens im Kanton beigetragen. Die KWRO vereint sämtliche Partner dieses Bereichs. Sie wurde damit beauftragt, für die Rettungsorganisation ein globales und koordiniertes Konzept zu erstellen.

2003 bekam die neue Organisation Gültigkeit. Die Einsatzgebiete der Ambulanz- und Helikopter-Gesellschaften wurden neu festgelegt. Vier mobile Rettungs- und Reanimationsdienste (SMUR) wurden eingesetzt. Diese bestehen aus einem Notfallarzt und einem Rettungssanitäter und sind rund um die Uhr einsatzbereit. Zudem wurde ein Nahbereichsrettungsdienst (SMUP) geschaffen. Er umfasst rund 60 Hausärzte, die beinahe auf dem gesamten Kantonsgebiet verteilt sind, wodurch die Patienten sofort medizinisch versorgt werden können, bis eine Ambulanz, ein SMUR oder ein Helikopter eintrifft. Die KWRO koordiniert ebenfalls die verschiedenen nicht professionell tätigen Personen des Rettungswesens (Guides, Patrouilleure, Hundeführer, Samariter, Taucher, Höhlenforscher usw.).

Die neue Organisation des Rettungswesens ermöglicht trotz einer schwierigen Topographie die Gewährleistung einer guten prähospitalen Betreuung im gesamten Kanton zu vernünftigen Kosten.