Übergewicht bei den Schülerinnen und Schülern

Dieser Indikator behandelt das Thema Überschüssiges Gewicht (Übergewicht und Adipositas) bei den SchülerInnen im Wallis. Die Daten stammen aus der Umfrage über die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei den Schülern und Schülerinnen.

Synthese

Übergewicht/Adipositas zieht bei Kindern verschiedenartige Folgen nach sich. Vor allem bei adipösen Kindern können diese schwer sein. Sie sind insbesondere einem erhöhten Risiko als Kinder mit normalem Körpergewicht ausgesetzt, an Bluthochdruck oder an Diabetes zu erkranken. Adipositas kann im Kindesalter auch ein verringertes Selbstwertgefühl, soziale Isolierung und ein psychologisches Leiden nach sich ziehen. Eine der am besten dokumentierten Folgen ist die hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein übergewichtiges/adipöses Kind im Erwachsenenalter von Adipositas betroffen sein wird („Tracking“ des Übergewichts).
Seit den Achtzigerjahren ist die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) in den meisten entwickelten Ländern stark angestiegen. Diese Tendenz ist sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern zu beobachten. In Europa sind 15 bis 30% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig/adipös.
Das Wallis verfügt über das kantonale Gesundheitsförderungsprogramm „Gesundes Körpergewicht“, das an die Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 16 Jahren gerichtete Aktionen umfasst. Im Rahmen der Schulgesundheit werden überdies Kinder mit Übergewicht/Adipositas identifiziert. Wenn nötig, wird ihnen über das Programm „Contrepoids“ des Spitals Wallis eine spezialisierte Betreuung angeboten.

Entwicklung der Prävalenz von Übergewicht

Zwischen 2006 und 2014 ist die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei den 11- bis 15-Jährigen im Wallis deutlich angestiegen, nämlich von 5 % auf 10 % bei den Mädchen und von 11 % auf 14 % bei den Jungen. Diese Entwicklung deckt sich mit den Daten, die von den Schulkrankenschwestern bei den Schülerinnen und Schülern der 1. und 4. Primarklassen des Wallis (HarmoS 3 und 6) erhoben werden und die zwischen 2008/2009 und 2011/2012 bei allen Kindern eine steigende Prävalenz von Übergewicht zeigen.

  1. Mädchen

  2. Jungen

Bemerkung: Übergewicht und Adipositas werden anhand des Body-Mass-Index (BMI (kg/m2) = Gewicht/Grösse2) definiert. Die Schwellenwerte von Übergewicht und Adipositas wurden anhand der Kriterien der International Obesity Task Force festgelegt. Diese Kriterien ändern nach Geschlecht und Alter.

Sozioökonomischer Status und Übergewicht bei den Schülerinnen und Schülern


Anteil der 11- bis 15-jährigen Schüler/innen mit Übergewicht oder Adipositas, nach sozioökonomischem Status ihrer Familie, Wallis, 2014

Wahrnehmung des eigenen Körpergewichts durch die Schüler/innen


Wahrnehmung des eigenen Körpergewichts durch die 11- bis 15-jährigen Schüler/innen, nach Geschlecht und Gewichtskategorie, Wallis, 2014

  1. Mädchen

     

  2. Jungen

     

Die Auffassung, welche die Schüler/innen von ihrem eigenen Gewichtsstatus haben, entspricht nicht immer ihrem Status gemäss BMI. Diesen Unterschied gilt es unbedingt zu berücksichtigen, da die Jugendlichen, die ihren Gewichtsstatus unterschätzen, die Präventionsbotschaften zu den gesundheitlichen Risiken von Übergewicht am ehesten ignorieren.
2014 beurteilten sich 88 % der 11- bis 15-jährigen Mädchen mit Übergewicht (BMI) im Wallis als ein bisschen oder viel zu dick. Bei den Jungen beträgt dieser Anteil 59 %. Mehr Mädchen (28 %) als Jungen (12 %) mit normalem Körpergewicht (BMI) beurteilten sich selbst als ein bisschen oder viel zu dick.

Diät und Gewichtsverlust


Anteil der 11- bis 15-jährigen Schüler/innen, die eine Diät machen, um abzunehmen, nach Geschlecht und Gewichtskategorie, Wallis, 2014

  1. Mädchen

  2. Jungen

Zwischen dem Gewichtsstatus, gemessen anhand des BMI, und dem Gewichtskontrollverhalten (Diäten) lässt sich ein Zusammenhang feststellen. 2014 haben 46 % der 11- bis 15-jährigen Mädchen mit Übergewicht eine Diät gemacht oder etwas anderes unternommen, um abzunehmen; bei den Jungen beträgt dieser Anteil 23 %. Die sehr grosse Mehrheit der Schüler/innen mit normalem BMI macht keine Diäten. Unangemessene Verhaltensweisen und Methoden zum Abnehmen können negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, beispielsweise ein gehemmtes Wachstum, ein Ernährungsdefizit oder Essstörungen.

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Zusätzliche Informationen

Excel-Quelldokument

Bibliographie und Datenquellen:

• Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler im Kanton Wallis, 3. Bericht. Clausen, F., Favre, F., Chiolero, A., Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO). Sitten, November 2017.
• Health Behaviour in School-aged Children (HBSC), Studie von Sucht Info Schweiz (ehemals SFA) unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation, 2002, 2006, 2010, 2014.
• Surveillance épidémiologique de l’excès de poids chez les écoliers valaisans : évolution de la prévalence entre 2008 et 2012 (Poster). Gloor V, Clerc-Bérod A, Chiolero A. Observatoire valaisan de la santé (OVS), Sion, août 2014.
• Cole T.J., Bellizzi M.C., Flegal K.M., Dietz W.H. «Establishing a standard definition for child overweight and obesity worldwide: international survey». Bristih Medical Journal, 2000: 1240-1243.
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• Lasserre AM, Chiolero A, Paccaud F, Bovet P. Worldwide trends in childhood obesity. Swiss Med Wkly 2007; 137(9-10):157-8
• Ogden CL, Carroll MD, Curtin LR, Lamb MM, Flegal KM. Prevalence of high body mass index in US children and adolescents, 2007-2008. JAMA. 2010;303(3):242-9.
• Chiolero A, Lasserre AM, Paccaud F, Bovet P. Obésité chez les enfants : définition, prévalence et conséquences. Revue Méd Suisse 2007;3:1262-9.
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• Lloyd LJ, Langley-Evans SC, McMullen S. Childhood obesity and adult cardiovascular disease risk: a systematic review. Int J Obes 2010; 34(1):18-28.
• Stamm, Hanspeter; Lamprecht, Markus; Gebert, Angela; Wiegand, Doris (2013). Analyse de données collectées dans les cantons de Bâle-Ville, de Bâle-Campagne, de Berne, de Genève, des Grisons, du Jura, de Lucerne, d’Obwald et de Saint-Gall ainsi que dans les villes de Berne et Zurich. Rapport 2, Promotion Santé Suisse, Berne et Lausanne.
• Prävalenz und Prävention von Übergewicht und Adipos itas bei den Schülerinnen und Schülern im Wallis, Chiolero, A., Favre, F., Clerc Berod, A., Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO), Sitten, 2011.