Suizid

Dieser Indikator behandelt das Thema des Suizid. Die Daten stammen aus der Statistik der Kantonspolizei und vom Bundesamt für Statistik.

Synthese

Verkehrsunfälle und Suizide sind die Hauptursachen für den Tod durch gewaltsamen Tod im Wallis.

In der Schweiz, sowie im Wallis, sind die Todesursachen durch Suizid häufiger bei Männern. Zwischen 1999 und 2019 liegt die durchschnittliche jährliche Zahl der Suizidtoten im Wallis bei 61.

Durchschnittliche jährliche Zahl der Suizide nach Altersklasse, Wallis, 2009-2019

Anzahl der Suizide, Wallis, seit 1999

In der Schweiz ist die Suizidrate seit Beginn der 2000er Jahre zurückgegangen (Männer: 29.6/100'000 im Jahr 2000 und 19.0/100'000 im Jahr 2017; Frauen: 9.9/100'000 im Jahr 2000 und 6.2/100'000 im Jahr 2017 gemäss die Obsan). Im Wallis werden ähnliche Zahlen festgestellt.

 

Gemäss den Daten der Weltgesundheitsorganisation gehört die Suizidrate in der Schweiz zu den höchsten unter den westeuropäischen Ländern. Risikofaktoren für diese Todesart sind beispielsweise eine vorhandene psychiatrische Erkrankung, übermässiger Alkoholkonsum, ein kürzlicher Trauerfall oder soziale Isolierung. Wenn Männer in Europa sich selbst töten, dann hängen sie sich meistens auf, benutzen eine Schusswaffe oder vergiften sich mit Medikamenten. Die Schweiz ist das einzige europäische Land, in dem suizidende Männer sich häufiger erschiessen als aufhängen. Frauen dagegen hängen sich meist auf, vergiften sich mit Medikamenten oder springen von einer Brücke oder einem anderen Bauwerk [Varnik 2008].

 

Gemäss den Daten der Kantonspolizei fanden im Jahr 2019 im Wallis 91 Suizide statt (58 Männer und 33 Frauen). Der seit 2012 beobachtete Anstieg der Suizide ist hauptsächlich auf die Zunahme der Zahl der Sterbehilfe zurückzuführen, die im Jahr 2019 38% der Suizide ausmachte. Dieser Anstieg der assistierten Suizide ist auch auf nationaler Ebene zu beobachten.

 

Es gibt keine erschöpfenden Daten zu Suizidversuchen. 2019 wurden von der Kantonspolizei 163 Suizidversuche erfasst. Allerdings ist die tatsächliche Anzahl sicherlich höher.
Im Wallis besteht seit 2007 angesichts der bestehenden existenziellen Not und Suizidgefahr unter der Leitung der Psychiatrischen Institutionen des Unterwallis im Rahmen des Spital Wallis und im Auftrag des Departements für Gesundheit ein kantonales Interventionsprogramm (Netzwerk Krise und Suizid). Dieses Programm soll die im Kanton bereits vorhandenen Verbindungen zwischen den verschiedenen Einrichtungen gezielt weiter ausbauen und stärken, indem ein Interventionsnetz aufgebaut wird, das verschiedene Akteure aus dem sozialen, medizinischen und pädagogischen Netz zusammenführt. Dieses Netz verweist auf die spezifischen Kompetenzen der Netzwerkmitglieder, ermöglicht die Übernahme einer gemeinsamen Sichtweise der Problematik und zeigt all jenen einen Weg auf, die von einer existenziellen Not bedroht sind.


Zusätzliche Informationen

Excel-Quelldokument

Bibliographie und Datenquellen:

  • Wahlen R, Favre F, Gloor V, Clausen F, Konzelmann I, Fornerod L, Chiolero A, Walliser Gesundheitsobservatorium, (WGO). Gesundheitszustand der Walliser Bevölkerung 2015, 5. Bericht. Oktober 2015.
  • Kantonspolizei Wallis, Polizeiliche Kriminalstatistik, 2020.
  • Suizid- und Suizidhilferate, OBSAN, Juni 2020
  • Ständige Wohnbevölkerung des Kantons Wallis am 31.12. nach Geschlecht und Alter (STATPOP), Bundesamt für Statistik (BFS), 2019.